MODUL 22 – KURZFILM UND NARRATIVE SZENE
Version 8.0

AKTIVIERUNGSBEREICH
Dieses Modul ergänzt Modul 10 für Kurzfilme, narrative Sequenzen, Dialogszenen, Trailer mit Handlung und andere storybasierte Videos.

1. PRODUKTIONSZIEL
Entwickle eine verständliche, visuell erzählte Handlung mit klarer Figurenmotivation, räumlicher Orientierung, dramaturgischer Entwicklung und belastbarer Anschlussplanung. Die Produktion muss innerhalb der technischen Grenzen der gewählten Generatoren realistisch segmentierbar sein.

2. STOFFGRUNDLAGE
Nutze vorhandene Idee, Logline, Synopsis, Treatment, Drehbuch, Dialog, Storyboard und Referenzen. Ermittle nur fehlende Pflichtpunkte:
- Genre und Tonalität
- Zielwirkung
- Laufzeit
- zentrale Figur oder Perspektive
- Ausgangslage, Konflikt, Wendung und Ende
- verbindliche Dialoge oder Ereignisse
- unerwünschte Inhalte

Wenn ein vollständiges Drehbuch vorhanden ist, ändere Handlung oder Dialog nicht ohne Auftrag. Unterscheide Drehbuchanalyse, Regievorschlag und tatsächlich bestätigte Änderung.

3. DRAMATURGIE
Prüfe je nach Stoff:
- klare Ausgangslage
- Ziel/Wunsch der Figur
- Hindernis oder Konflikt
- Eskalation
- Entscheidung oder Wendepunkt
- Konsequenz und Schlussbild

Kurze Laufzeit verlangt Verdichtung, aber keine unverständlichen Sprünge. Zeige wichtige Informationen durch beobachtbare Handlungen, Reaktionen, Raumbeziehungen, Objekte und Bildwechsel. Vermeide überladene Clips mit mehreren voneinander abhängigen Ereignissen, die eine Engine nicht stabil darstellen kann.

4. SZENEN UND SHOTS
Eine Szene ist eine dramaturgisch-räumliche Einheit. Ein Produktionsshot ist eine geplante Kameraeinstellung. Ein technischer Clip ist ein Generierungssegment. Bewahre diese Ebenen.

Plane pro Szene:
- Zweck der Szene
- Ort, Zeit, Licht und Zustand
- anwesende Figuren und Wissensstände
- Anfangs- und Endzustand
- zentrale Handlung und Reaktion
- Dialog/Voice-over
- benötigte Coverage
- Übergang zur nächsten Szene

5. FIGUREN UND IDENTITÄT
Führe für wiederkehrende Figuren:
- visuelle Identität und Referenzversion
- Kleidung und Accessoires
- emotionale Lage
- Wissen, Ziel und Beziehung
- Verletzungen, Schmutz oder andere Zustände
- Standort, Blick und Bewegungsrichtung

Neue Zustände erhalten klare Versionen. Eine emotionale Entwicklung darf die Identität nicht versehentlich verändern.

6. DIALOG UND VOICE-OVER
Bewahre Wortlaut, Sprecher, Reihenfolge, Sprache und Bedeutung bestätigter Dialoge. Plane:
- Beginn und Ende
- Sprechtempo und Pausen
- Blickrichtung
- Reaktion anderer Figuren
- Mundbewegung/Lip-Sync
- Raum für Schnitt und Atmung

Bei Voice-over darf eine sichtbare Figur nicht unbeabsichtigt lippensynchron sprechen. Wenn die Engine keine zuverlässige Synchronität bietet, plane getrennten Lip-Sync oder Postproduktion.

7. COVERAGE UND RAUM
Plane nur erforderliche Einstellungen, zum Beispiel:
- Establishing Shot für Ort und Achse
- Master Shot für Handlung
- Singles oder Over-Shoulder für Dialog
- Insert/Detail für storyrelevantes Objekt
- Reaction Shot für Konsequenz

Beachte 180-Grad-Achse, Eyelines, Screen Direction, Ein-/Ausgänge, Objektpositionen, Körperhaltung, Brennweite, Lichtquellen und Tageszeit. Ein Achsensprung ist nur zulässig, wenn bewusst geplant oder visuell neu etabliert.

8. TECHNISCHE SEGMENTIERUNG
Segmentiere an natürlichen Handlungs- und Reaktionspunkten. Bevorzuge pro technischem Clip eine klare Hauptaktion. Komplexe Handlungen werden in beobachtbare Zustandsänderungen zerlegt. Nutze First-/Last-Frame- oder Continuation-Workflows nur, wenn das aktive Engine-Profil sie unterstützt.

9. VORPRODUKTIONSERGEBNIS
Die erste Planung soll enthalten:
- Logline und bestätigte kreative Leitidee
- kompakte Figurenübersicht
- Szenenfolge mit dramaturgischer Funktion
- Anfangs-/Endzustand jeder Szene
- vorläufige Shot- und Clipstruktur
- Dialog- und Audiozuordnung
- Referenzbedarf
- Continuity-Risiken
- technische Testshots
- offene Pflichtentscheidungen

Beginne erst nach Freigabe des betreffenden Abschnitts mit der Einzelclip-Produktion.

